TK Finanzierungen – Torsten Kotzan

Hauskauf5. Februar 2025 · 6 Minuten Lesezeit

Immobilie kaufen: Der ultimative Guide

Ihr plant, eine Immobilie zu kaufen? In unserem Guide erklären wir den genauen Ablauf.

Torsten Kotzan

Torsten Kotzan

20 Jahre Bank, seit 2022 an keine Bank gebunden

Berater schüttelt einem jungen Paar mit Unterlagen beim Immobilienkauf die Hand

Eine Immobilie kaufst Du in fünf Etappen: Ziele klären, Budget planen, Baufinanzierung wählen, Kaufvertrag beim Notar unterzeichnen und die Schritte nach dem Kauf erledigen. In diesem Guide zeigen wir Dir, wie Du dabei vorgehst – von der finanziellen Planung über die Auswahl der richtigen Immobilie bis zur Schlüsselübergabe.

Junges Paar umarmt sich lachend in der Küche, die Frau hält einen Hausschlüssel in der Hand

Immobilie kaufen: Zuerst die eigenen Ziele klären

In Deutschland wechseln pro Jahr etwa 600.000 bis 800.000 Immobilien den Besitzer. Die Zahl schwankt mit der Zinslage, der Nachfrage nach Immobilien sowie mit gesetzlichen oder steuerlichen Änderungen.

Wer eine Immobilie kaufen möchte, sollte vor der Suche die eigenen Ziele und Beweggründe klären. Überlege Dir, ob Du die Immobilie selbst nutzen oder als Kapitalanlage erwerben möchtest. Plane, wie lange Du in der Immobilie bleiben willst, und definiere, welche Erwartungen Du an die Lage und Ausstattung hast. Eine klare Zielsetzung hilft Dir, den weiteren Prozess zielgerichtet zu gestalten.

Budgetplanung: Wie viel Immobilie kannst Du Dir leisten?

Die finanzielle Planung ist der Grundstein für einen erfolgreichen Immobilienkauf. Dabei spielen Eigenkapital, monatliche Rate und Gesamtkosten eine entscheidende Rolle. Eine solide Faustregel: Die monatliche Belastung sollte nicht mehr als 30–40 % Deines Nettoeinkommens betragen. Eigenkapital senkt die Finanzierungskosten und verbessert die Konditionen. Ideal ist es, mindestens 20 % des Kaufpreises sowie die Kaufnebenkosten aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Ohne Eigenkapital wird die Finanzierung oft teurer und riskanter.

Nutze zum Beispiel unseren Budget- und Finanzierungsrechner, um einen ersten Eindruck von Deinem möglichen Kreditrahmen zu erhalten. Berücksichtige die aktuelle Zinslage und plane immer einen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben ein.

Immobiliensuche und Baufinanzierung: Der Weg zur Traumimmobilie

Die richtige Immobilie zu finden, ist eine Herausforderung. Überlege Dir im Vorfeld, ob es eine Bestandsimmobilie oder ein Neubau sein soll. Definiere, welche Kriterien unverzichtbar sind – etwa Lage, Größe oder Anzahl der Zimmer – und welche Kompromisse Du eingehen würdest. Nutze Immobilienportale oder unsere automatische Immobiliensuche, um Angebote zu vergleichen, und berücksichtige versteckte Kosten wie Renovierungen oder Modernisierungen.

Eine gute Baufinanzierung ist mehr als nur ein günstiger Zinssatz. Wende Dich an verschiedene Banken, Vermittler oder Finanzierungsplattformen, um Angebote zu vergleichen. Ein Vergleich kann Dir Tausende Euro sparen. Stelle alle notwendigen Unterlagen bereit, darunter Einkommensnachweise, Kontoauszüge und Vermögensübersichten. Je vollständiger Deine Unterlagen, desto schneller erfolgt die Bearbeitung. Überlege Dir, ob Sondertilgungen und/oder eine lange Zinsbindung für Dich sinnvoll sind, um Deine Flexibilität zu erhöhen und langfristig Geld zu sparen.

Immobilie finanzieren: Diese Darlehensarten gibt es

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Immobilie zu finanzieren, und jede hat ihre Vor- und Nachteile. Hier findest Du die wichtigsten Optionen und Hinweise, welche zu Deiner Situation passen könnten.

  1. Annuitätendarlehen: Dies ist die häufigste Form der Immobilienfinanzierung. Du zahlst eine gleichbleibende monatliche Rate, die sich aus Zins- und Tilgungsanteilen zusammensetzt. Über die Jahre sinkt der Zinsanteil, während der Tilgungsanteil steigt. Diese Methode bietet Planungssicherheit, da die Raten über die gesamte Laufzeit konstant bleiben.
  2. KfW-Darlehen: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse, insbesondere für energetische Sanierungen, Neubauten oder den Kauf von Bestandsimmobilien mit Verbesserungspotenzial. Diese Programme können eine wertvolle Ergänzung zu Deinem Hauptdarlehen sein – mehr dazu unter KfW-Förderkredit.
  3. Volltilgerdarlehen: Hier tilgst Du das gesamte Darlehen innerhalb der vereinbarten Laufzeit. Diese Option bietet die größte Planungssicherheit, da Du nach der Laufzeit schuldenfrei bist. Allerdings sind die monatlichen Raten höher als bei einem Annuitätendarlehen. Bei einem Volltilgerdarlehen gewähren die Banken überdies Zinsrabatte.
  4. Variables Darlehen: Die Zinsen sind hier an den aktuellen Marktzins gekoppelt und können sich in regelmäßigen Abständen (z. B. alle drei Monate) ändern. Diese Art der Finanzierung ist flexibel und eignet sich für kurzfristige Überbrückungen, birgt aber das Risiko von Zinserhöhungen.
  5. Forward-Darlehen: Diese Variante eignet sich für Käufer, die sich schon heute die Zinsen für ein später benötigtes Darlehen sichern möchten. Forward-Darlehen sind oft teurer als herkömmliche Annuitätendarlehen, bieten aber eine Absicherung gegen steigende Zinsen. (nur für die Anschlussfinanzierung relevant)
  6. Bauspardarlehen: Bausparverträge kombinieren Sparen mit Darlehensaufnahme. Zuerst sparst Du einen bestimmten Betrag an, der später durch ein zinsgünstiges Darlehen ergänzt wird. Diese Option ist besonders attraktiv, wenn Du schon länger einen Bausparvertrag besitzt.
  7. Privatkredite oder familiäre Unterstützung: Manche Käufer greifen auf Kredite von Privatpersonen oder Unterstützung durch Familienmitglieder zurück. Diese Finanzierungsquelle bietet oft flexible Rückzahlungsbedingungen, ist aber stark von individuellen Absprachen abhängig.

Besichtigung, Kaufpreisverhandlung und Notartermin

Gehe gut vorbereitet in Besichtigungen. Stelle Fragen zu Renovierungsbedarf, Energiewerten und Lage. Ziehe, wenn nötig, einen Sachverständigen hinzu, um die Bausubstanz zu prüfen.

Verhandle den Kaufpreis, insbesondere wenn die Immobilie schon länger auf dem Markt ist. Argumente wie der aktuelle Zinsmarkt können Dir helfen, einen besseren Preis zu erzielen. Erst nach der Finanzierungszusage solltest Du den Kaufvertrag beim Notar unterzeichnen.

Der Notar stellt sicher, dass der Kauf rechtlich korrekt abgewickelt wird. Der Notartermin ist somit ein Meilenstein im Immobilienkauf. Hier wird der Kaufvertrag rechtsverbindlich geschlossen. Der Notar agiert dabei als unabhängige Instanz und wahrt die Interessen beider Parteien.

Beim Termin wird der Kaufvertrag in voller Länge vorgelesen und erklärt. Wichtige Inhalte des Vertrags umfassen den Kaufpreis, Zahlungsmodalitäten, den Übergabetermin sowie Vereinbarungen zur Lastenfreistellung und Grundbucheintragung.

Nach der Unterzeichnung übernimmt der Notar die weiteren Schritte wie die Eintragung ins Grundbuch und die Sicherstellung der Lastenfreistellung. Für den Termin benötigst Du einen gültigen Ausweis sowie gegebenenfalls die Finanzierungsbestätigung Deiner Bank. Erst nach vollständiger Kaufpreiszahlung erhältst Du die Schlüssel und wirst offiziell Eigentümer der Immobilie.

Achte darauf, den Vertrag im Vorfeld sorgfältig zu prüfen und bei Unklarheiten rechtzeitig Rücksprache mit dem Notar oder einem rechtlichen Berater zu halten. Der Notartermin stellt sicher, dass der Kauf rechtlich abgesichert und verbindlich ist.

Nach dem Immobilienkauf: Was kommt als Nächstes?

Nach dem Notartermin ist der Kaufvertrag rechtskräftig, und es folgen weitere Schritte, bis die Immobilie endgültig Dir gehört. Zunächst beantragt der Notar die Eintragung der Auflassungsvormerkung im Grundbuch.

Sobald diese eingetragen ist, forderst Du die Auszahlung des Darlehens bei Deiner Bank an. Halte dabei alle notwendigen Unterlagen bereit, um den Prozess zu beschleunigen.

Die Bank wird in der Regel die Eintragung einer Grundschuld verlangen, die ebenfalls vom Notar vorgenommen wird. Parallel dazu musst Du die Kaufnebenkosten begleichen. Dazu gehören die Grunderwerbsteuer, die in Nordrhein-Westfalen beispielsweise bei 6,5 % liegt, sowie die Notar- und Grundbuchkosten. Auch eine eventuell anfallende Maklerprovision sollte nun beglichen werden.

Plane auch die Versicherungen, insbesondere die Wohngebäudeversicherung, die oft Voraussetzung für die Darlehensauszahlung ist. Falls Renovierungen oder Modernisierungen geplant sind, starte mit der Organisation der notwendigen Arbeiten und Genehmigungen. Dokumentiere alle Ausgaben, falls Du Förderprogramme in Anspruch nehmen möchtest.

Die Schlüsselübergabe erfolgt in der Regel nach Zahlung des Kaufpreises. Fertige bei der Übergabe ein Protokoll an, das den Zustand der Immobilie sowie Zählerstände und übergebene Schlüssel dokumentiert. Melde die Immobilie bei Versorgern für Strom, Gas und Wasser an und aktualisiere Deinen Wohnsitz beim Einwohnermeldeamt.

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