Hauskauf25. September 2024 · 3 Minuten Lesezeit
Immobilienfinanzierung: So viel Haus kann ich mir leisten?
Die Immobilienfinanzierung ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Eigenheim. Doch wie viel Immobilie kannst Du Dir tatsächlich leisten?
Torsten Kotzan
20 Jahre Bank, seit 2022 an keine Bank gebunden
Wie viel Haus Du Dir leisten kannst, hängt vor allem von Nebenkosten, Eigenkapital, Zinssatz, Tilgung und Deinem Einkommen ab. Als Faustregel sollte die Rate Deiner Immobilienfinanzierung nicht mehr als 25 bis maximal 40 Prozent Deines monatlichen Nettoeinkommens betragen.
Die Immobilienfinanzierung ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Eigenheim. Im Folgenden gehen wir die einzelnen Faktoren mit einem durchgehenden Rechenbeispiel durch – inklusive des finanziellen Risikos.
Kaufnebenkosten: Der Preis in der Anzeige ist nicht der Endpreis
Der Kaufpreis, den Du in Anzeigen siehst, spiegelt oft nicht den endgültigen Preis wider. Bei einer Immobilienfinanzierung müssen zusätzliche Kosten wie die Grunderwerbsteuer, Notarkosten, Grundbuchkosten und eventuelle Maklergebühren berücksichtigt werden. Diese sogenannten Nebenkosten liegen zwischen 10 und 15 Prozent des Kaufpreises. Für eine Immobilie im Wert von 400.000 Euro solltest Du also mit zusätzlichen Nebenkosten von 40.000 bis 60.000 Euro rechnen. Der Gesamtbetrag für Deine Immobilienfinanzierung liegt damit bei etwa 450.000 Euro. Wie hoch die Nebenkosten bei Deinem Wunschobjekt ausfallen, zeigt Dir unser Nebenkostenrechner.
Eigenkapital: Der Grundstein der Immobilienfinanzierung
Ein wichtiger Aspekt jeder Immobilienfinanzierung ist das Eigenkapital. Eigenkapital minimiert das Risiko. Finanzexperten empfehlen, mindestens so viel Eigenkapital mitzubringen, dass Du die Nebenkosten damit abdecken kannst. In unserem Beispiel wären das 50.000 Euro. Je mehr Eigenkapital Du einbringen kannst, desto niedriger werden der Kreditbetrag und die monatliche Rate Deiner Immobilienfinanzierung.
Wenn möglich, solltest Du Ersparnisse, Wertgegenstände oder Unterstützung aus der Familie in Deine Finanzierungspläne einbeziehen. Dies reduziert die langfristige Belastung und kann die Konditionen Deiner Immobilienfinanzierung verbessern.
Zinssatz: Der Schlüssel zur günstigen Immobilienfinanzierung
Die Zinsen sind einer der wichtigsten Hebel bei der Immobilienfinanzierung. Aktuell liegen die Zinssätze bei etwa 3,3 Prozent, doch auch kleine Unterschiede im Zinssatz können sich über die Jahre stark auswirken. Schon wenige Nachkommastellen können Tausende Euro sparen. Ein Vergleich der Konditionen verschiedener Banken lohnt sich daher immer. In unserem Beispiel nehmen wir einen Zinssatz von 3,3 Prozent und eine Laufzeit von zehn Jahren an. Nach dieser Frist ist eine Anschlussfinanzierung notwendig. Eine langfristige Planung und der Blick auf Zinsentwicklungen sind essenziell, um die Immobilienfinanzierung möglichst günstig zu gestalten.
Tilgung: So lange zahlst Du Deine Baufinanzierung ab
Die Tilgung bezeichnet den Anteil des Kredits, den Du jährlich zurückzahlst. Eine übliche Anfangstilgung liegt bei zwei Prozent. Bei einem Kredit über 350.000 Euro (450.000 Euro Gesamtpreis minus 100.000 Euro Eigenkapital) ergibt sich eine jährliche Tilgung von 7.000 Euro. Die Zinsen kommen in der monatlichen Rate noch hinzu. Eine Tilgung von zwei Prozent bedeutet bei unserem Beispiel, dass Du eine monatliche Rate von etwa 1.750 Euro hast und circa 29 Jahre lang abzahlen musst. Es besteht aber auch die Möglichkeit, höhere Tilgungsraten zu vereinbaren, um schneller schuldenfrei zu sein.
Finanzielles Risiko: Wie viel Einkommen brauchst Du für die Rate?
Bei einer Immobilienfinanzierung ist es wichtig, dass die monatlichen Zahlungen im Rahmen bleiben. Finanzberater empfehlen, nicht mehr als 25 bis maximal 40 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens für die Rückzahlung einer Immobilienfinanzierung aufzuwenden. Wenn Deine monatliche Rate bei 1.750 Euro liegt, solltest Du ein Nettoeinkommen von mindestens 4.375 Euro haben. Für eine Familie mit zwei Kindern heißt das: Jeder Elternteil sollte etwa 2.000 Euro netto verdienen. Zusätzlich kann das Kindergeld mit einbezogen werden, was die monatliche Belastung reduziert.
Drei Tipps, um Deine Immobilienfinanzierung günstiger zu gestalten
- Förderprogramme nutzen: Es gibt zahlreiche staatliche Förderungen für die Immobilienfinanzierung, wie zum Beispiel zinsgünstige KfW-Kredite der KfW-Bank. Wenn Du die Voraussetzungen erfüllst, kannst Du bis zu 270.000 Euro zinsgünstig finanzieren.
- Tilgungssatz anpassen: Du kannst die Anfangstilgung auf 1 oder 1,5 Prozent senken, um Deine monatliche Rate zu verringern. Dies erhöht zwar die Laufzeit, sorgt aber für mehr finanzielle Flexibilität bei der Immobilienfinanzierung.
- Sondertilgungen einplanen: Nutze die Möglichkeit, jährlich Sondertilgungen zu leisten. Dies reduziert den Kreditbetrag und senkt die Zinsen, die Du über die Laufzeit zahlst. Beachte jedoch, dass sich ohne Sondertilgungen die Laufzeit verlängern kann.
Fazit: Immobilienfinanzierung langfristig planen
Die Immobilienfinanzierung ist eine der größten finanziellen Entscheidungen im Leben. Auch wenn die monatlichen Kosten hoch erscheinen, bleibt die Finanzierung über viele Jahre hinweg planbar. Mit steigenden Einkommen wird die monatliche Rate im Laufe der Zeit immer weniger belastend. Nutze Fördermöglichkeiten und bleibe flexibel, um die bestmöglichen Konditionen für Deine Immobilienfinanzierung zu sichern.