TK Finanzierungen – Torsten Kotzan

Eigenkapital19. Dezember 2025 · 5 Minuten Lesezeit

Das Eigenkapital

Wie Du 3.000 € im Jahr einsparst, ohne auf Lebensqualität verzichten zu müssen. Wir machen den Kassensturz: von „Coffee to go“ bis zur doppelten Versicherung.

Torsten Kotzan

Torsten Kotzan

20 Jahre Bank, seit 2022 an keine Bank gebunden

Hand wirft eine Münze in ein Sparglas, daneben zwei Holzfiguren und wachsende Münzstapel

Eigenkapital aufbauen: Wie Du 3.000 € im Jahr einsparst, ohne auf Lebensqualität zu verzichten

Du denkst, Du kannst nicht mehr sparen? Ein Blick auf Dein Girokonto beweist oft das Gegenteil – mit Kassensturz, Konten-System und weniger Alltagsausgaben kommen schnell 3.000 € Eigenkapital im Jahr zusammen. Wir machen den Kassensturz: Von „Coffee to go“ bis zur doppelten Versicherung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ordnung schafft Bonität: Wer seine Ein- und Ausgaben nicht kennt, ist für die Bank ein Risiko. Ein strukturierter Haushaltsplan ist der erste Schritt zur Genehmigung einer Finanzierung.
  • Der „Latte-Faktor“ im Härtetest: 15 Euro am Tag für Bäcker und Mittagstisch läppern sich auf fast 4.000 € im Jahr. Das ist keine Peanuts-Rechnung, das ist Deine neue Einbauküche.
  • Das 3-Konten-Modell: Dein Girokonto verteilt per Dauerauftrag auf getrennte Konten für Fixkosten, Spaß und Rücklagen. Wer vom selben Konto spart, von dem er einkauft, wird scheitern.
  • Kredit-Bereinigung: Alte Konsumkredite (zu hohe Zinsen) sind Gift für den Hauskauf. Wir schichten um oder tilgen sofort, um Deine monatliche Haushaltsrechnung für die Bank „attraktiv“ zu machen.
Berater überreicht einen Hausschlüssel mit Holzhaus-Anhänger, davor ein Klemmbrett mit Vertrag

Wo ist das ganze Geld eigentlich hin?

Im vorherigen Artikel haben wir besprochen, dass man auch ohne riesiges Eigenkapital finanzieren kann. Das stimmt!

ABER: Eigenkapital schadet nie. Es ist Dein Schmiermittel für bessere Zinsen und Planbarkeit.

Wenn ich in Beratungen frage: „Wie viel können Sie monatlich zur Seite legen?“, kommt oft ein Schulterzucken. „Wir verdienen gut, aber am Ende des Monats ist nichts mehr da.“ Das ist kein Einnahmenproblem.

Das ist ein Übersichtsproblem. In meinem aktuellen Video-Guide habe ich analysiert, wo das Geld versickert. Es sind meistens nicht die großen Anschaffungen, sondern die Summe der kleinen Gewohnheiten. Lass uns das „neue Eigenkapital“ aus Deinem Alltag identifizieren.

Der Kassensturz vor dem Hauskauf

Bevor wir über Immobilien in Schwalmtal reden, müssen wir Hausaufgaben machen.

Schau Dir Deine Kontoauszüge der letzten 3 Monate an. Nicht überfliegen. Analysieren.

Nutze dafür gerne eine Excel-Tabelle.

Das Ziel: Wir müssen „Grundrauschen“ von „Lebensqualität“ trennen.

  • Abo-Leichen (Fitnessstudio, Streaming-Dienste, die keiner nutzt)
  • Doppel-Versicherungen
  • Impulskäufe

Mein Tipp:

Wenn junge Paare zusammenziehen, haben sie oft alles doppelt. Zwei Haftpflichtversicherungen, zwei Hausratversicherungen. Das ist verbranntes Geld. Kündigen, zusammenlegen, sparen. Das sind oft nur 50 € im Jahr, aber Kleinvieh macht auch Mist.

Das 4.000-€-Gehalt: Wo Dein Eigenkapital versickert

Ich war früher selbst so: Morgens beim Bäcker den Coffee to go (3,50 €), dazu ein belegtes Brötchen (4,00 €). Mittags dann „nur schnell was essen“ – Döner, Pizza oder Mittagstisch (7,50 €).

Klingt harmlos, oder?

Rechnen wir mal nach:

  • Täglich: ca. 15,00 €
  • Wöchentlich (5 Arbeitstage): 75,00 €
  • Im Jahr (hochgerechnet): 3.000 € bis 4.000 € (netto!)

Für 4.000 € kannst Du eine tolle Urlaubsreise machen. Oder – und das ist für uns relevanter – Du hast die Kaufnebenkosten für den Notar schon halb zusammen. Wie hoch die Nebenkosten bei Deinem Wunschobjekt ausfallen, zeigt Dir der Nebenkostenrechner.

Niemand sagt, dass Du hungern sollst. Aber Kaffee im Thermobecher und ein geschmiertes Brot kosten Dich einen Bruchteil. Das ist der einfachste Hebel für Eigenkapital.

Der Bonitäts-Killer „Privatkredit“

Das hier ist wichtig für Deine Hausfinanzierung: Viele haben noch einen „alten“ Kredit laufen. Den Fernseher zu 0 %, der nach 12 Monaten teuer wurde, oder den Dispo, der ausgeglichen wurde.

Statistisch liegen Ratenkredite oft bei 9,5 % Zinsen. Das ist Wucher im Vergleich zu einer Baufinanzierung.

Viel schlimmer ist aber: Die monatliche Rate von 200 € für diesen Kredit fehlt uns in der Haushaltsrechnung für Dein Haus.

Die Strategie:

Bevor wir die Finanzierung beantragen, prüfen wir, ob wir diesen teuren „Müll“ loswerden können. Umschulden, ablösen, weg damit. Das verbessert Deine Bonität sofort und erhöht die Summe, die Dir die Bank für das Haus leiht.

Das Konten-System für mehr Eigenkapital

Disziplin ist gut, mit System ist besser. Ich empfehle meinen Mandanten das Unterkonten-Modell.

Dein Girokonto ist nur der „Verteiler“. Von dort gehen per Dauerauftrag Gelder ab auf:

  1. Fixkosten-Konto: Miete, Strom, Versicherungen (jährliche Zahlungen durch 12 teilen!).
  2. Spaß-Konto: Urlaub, Essen gehen (das Budget ist fix!).
  3. Rücklagen-Konto (Tagesgeld): Dein Notgroschen.
  4. Steuer-Konto: (Nur für Selbstständige – überlebenswichtig!).

Die 50-30-20-Regel (als Orientierung):

  • 50 % für Fixkosten (Wohnen, Leben).
  • 30 % für Wünsche (Freizeit).
  • 20 % für Sparen/Tilgen.

Wenn Du dieses System einrichtest, bevor Du das Haus kaufst, wird die monatliche Rate für das Eigenheim kein Schock, sondern einfach nur ein neuer Posten im bekannten System.

Der Notgroschen (Dein Airbag)

Bevor wir den ersten Euro in die Tilgung oder in ETFs stecken, muss der Notgroschen stehen.

Ziel: 3 bis 6 Netto-Monatsgehälter.

Warum?

Wenn Du im eigenen Haus wohnst und das Auto kaputtgeht, kannst Du nicht den Vermieter anrufen. Du musst es zahlen.

Wenn Du dafür einen neuen Konsumkredit aufnehmen musst, beginnt die Abwärtsspirale. Der Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto verhindert, dass Du bei kleinen Katastrophen zur Bank gehen musst.

Vermögen entsteht zuerst im Kopf, und dann auf dem Konto

Eigenkapital für Dein Haus fällt nicht vom Himmel. Es ist das Ergebnis von bewussten Entscheidungen.

Jedes belegte Brötchen, das Du nicht kaufst, bringt Dich Deinem Haus 0,01 % näher. Das klingt wenig, aber die Masse macht’s.

Wenn Du Deine Finanzen aufräumst, passiert etwas Magisches: Du fühlst Dich reicher, obwohl Du das Gleiche verdienst. Und genau dieses Gefühl von Kontrolle ist das, was Banken lieben.

Deine Hausaufgaben für diese Woche:

  1. Kassensturz: Lade Dir meine Excel-Vorlage (oder eine App) runter und tracke jeden Euro.
  2. Versicherungs-Check: Wo seid ihr doppelt versichert?
  3. Anruf bei mir: Wenn Du „Altlasten“ (Kredite) hast, lass uns schauen, wie wir die vor dem Hauskauf bereinigen, um Deine Bonität zu polieren.

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