TK Finanzierungen – Torsten Kotzan

Eigenkapital29. Januar 2025 · 3 Minuten Lesezeit

Mythos Eigenkapital: Wie viel und warum man es braucht

Wie viel Eigenkapital benötigt man, um ein Haus zu kaufen? Wir klären auf!

Torsten Kotzan

Torsten Kotzan

20 Jahre Bank, seit 2022 an keine Bank gebunden

Paar unterschreibt Unterlagen an einem Holztresen, daneben liegt ein Klemmbrett mit Schlüsseln

Für Deine Baufinanzierung solltest Du mindestens so viel Eigenkapital mitbringen, dass die Kaufnebenkosten gedeckt sind – optimal sind zwanzig Prozent des Kaufpreises plus Nebenkosten. Eigenkapital ist das Fundament jeder Baufinanzierung: Ohne einen ausreichenden finanziellen Grundstock wird es schwierig, den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Warum es so wichtig ist und welche Strategien es gibt, wenn die eigenen Mittel begrenzt sind, klären wir in diesem Beitrag.

Handschlag über einem Schreibtisch mit Diagrammen, Taschenrechner und Notizblock

Warum ist Eigenkapital bei der Baufinanzierung so wichtig?

Eigenkapital minimiert das Risiko für die Bank und Dich selbst. Je mehr Eigenkapital Du einbringst, desto niedriger ist das Verhältnis von Darlehenssumme zu Immobilienwert. Das führt zu besseren Zinskonditionen und niedrigeren monatlichen Raten.

Darüber hinaus sind die Kaufnebenkosten, wie Notarkosten, Grundbuchgebühren und Grunderwerbsteuer, in der Regel nicht finanzierbar. Diese Kosten solltest Du also aus Deinem Eigenkapital decken.

Eigenkapital für die Kaufnebenkosten

Beim Immobilienkauf entstehen zahlreiche Nebenkosten, die nicht zu unterschätzen sind. In Nordrhein-Westfalen beträgt die Grunderwerbsteuer aktuell 6,5 % des Kaufpreises.

Hinzu kommen die Notarkosten, die etwa 1,5 % des Kaufpreises ausmachen, sowie Grundbuchkosten in Höhe von rund 0,5 %. Falls ein Makler am Kauf beteiligt ist, kommen oft weitere 3,57 % an Maklercourtage hinzu. Zusammengenommen können die Nebenkosten schnell zehn Prozent des Kaufpreises übersteigen.

Ein Beispiel: Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro belaufen sich die Nebenkosten auf 34.000 Euro – mit Makler noch mehr –, die Du aus Eigenkapital aufbringen musst. Für Dein Wunschobjekt rechnet das unser Nebenkostenrechner aus.

Wie viel Eigenkapital solltest Du einbringen?

Je mehr Eigenkapital Du einbringen kannst, desto besser sind die Konditionen Deiner Finanzierung. Eine sogenannte 100-Prozent-Finanzierung, bei der der gesamte Kaufpreis finanziert wird, ist nicht nur teurer, sondern auch risikoreicher.

Mindestens zehn Prozent des Kaufpreises sollten als Eigenkapital vorhanden sein, um die Nebenkosten zu decken. Optimal sind zwanzig Prozent Eigenkapital plus Nebenkosten. Das reduziert die monatliche Belastung und führt zu den besten Zinskonditionen.

Die Vorteile von mehr Eigenkapital: niedrigere Zinsen und Raten

Mehr Eigenkapital bedeutet nicht nur bessere Zinsen, sondern auch niedrigere monatliche Raten. Bei einem Zinssatz von 4,2 Prozent und einer Tilgung von 2 Prozent ergibt sich bei einer Darlehenssumme von 400.000 Euro eine monatliche Belastung von rund 2.067 Euro. Reduziert sich die Darlehenssumme durch höheres Eigenkapital, sinkt der Zins und somit auch die Rate entsprechend.

Wer etwa 20 Prozent Eigenkapital einbringt, verringert nicht nur die Darlehenshöhe, sondern spart über die Laufzeit hinweg beträchtliche Summen an Zinskosten.

Hand tippt auf einem Taschenrechner, daneben ein Laptop und Unterlagen mit DiagrammenTorsten Kotzan und ein junger Mann sitzen lachend vor einem Laptop, daneben zwei Kaffeetassen

Strategien für den Aufbau von Eigenkapital

Nicht jeder kann sofort eine große Summe ansparen. Eine mögliche Strategie ist, klein anzufangen. Statt direkt ein Einfamilienhaus zu kaufen, könnte eine kleinere Eigentumswohnung eine sinnvolle Alternative sein. Den Erlös aus einem späteren Verkauf kannst Du als Eigenkapital nutzen – oder Du behältst die Wohnung als Kapitalanlage und erzielst Mieterträge. Auf diese Weise baust Du Eigenkapital auf und kannst später in eine größere Immobilie investieren.

Eine weitere Option ist die Nutzung familiärer Unterstützung, etwa durch Schenkungen, Erbschaften oder zinsgünstige Darlehen. Ob man diese in Anspruch nehmen sollte, sollte von einem Finanzexperten geprüft werden.

Gesunder Beleihungsauslauf: So hoch darf die Rate sein

Ein hoher Beleihungsauslauf führt nicht nur zu schlechteren Zinskonditionen, sondern erhöht auch die monatliche Belastung. Diese sollte niemals mehr als vierzig Prozent des Haushaltsnettoeinkommens betragen. Eine gesunde Rate liegt idealerweise bei dreißig bis vierzig Prozent. Bei einem Haushaltsnettoeinkommen von 6.000 Euro wäre eine Rate von 1.800 bis 2.400 Euro vernünftig. Eine Rate darüber hingegen könnte zu finanziellen Engpässen führen.

Warum eine individuelle Baufinanzierungsberatung unverzichtbar ist

Eine Immobilienfinanzierung ist eine der größten finanziellen Entscheidungen im Leben. Daher ist eine individuelle Beratung unverzichtbar. Ein erfahrener Berater kann Dir helfen, die besten Konditionen zu finden, Risiken zu minimieren und die Finanzierung optimal auf Deine Lebenssituation abzustimmen.

Plane frühzeitig, nutze alle Möglichkeiten zur Eigenkapitalbildung und lasse Dich umfassend beraten. Mit einer soliden Basis steht Deinem Traum vom Eigenheim nichts mehr im Weg. Gerne beraten wir Dich.

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